Mein Yogaweg

Im Alter von 11 Jahren bekam ich spielerischen Zugang zu Yoga. Damals lief die „Yoga Schule“ als Telegymnastik von Claudia Mahler und ich übte mich in den Ferien vor dem Fernseher in Asanas wie Katze, Held, kleiner Drache und Baum. Ich kaufte mir mein erstes Yogabuch und spielte angeregt die lustigen Figuren nach.

Ich übte Hatha Yoga Asanas. Sehr bedacht auf die äußere Form und Leistung lockte mich zunächst die Herausforderung der Asanas in ihren fortgeschrittenen Variationen. Ich lernte jedoch bald, dass es nicht auf die äußere Form, sondern die innere Haltung ankommt. Und diese Erkenntnis war ein Meilenstein in meiner persönlichen Entwicklung.

Mit 25 Jahren kamen die ersten Anstöße von außen: Ich solle doch Yoga-Lehrerin werden. Ich fühlte mich aber noch nicht reif genug. Die Zeit war für mich noch nicht gekommen.

In den vergangenen 20 Jahren meines Yogalebens prägten mich viele Yogastile und –Richtungen.

Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan schenkt mir bis heute Energie, um innere Wachstumsprozesse anzuregen. In diesem Yogastil kann ich mich besonders intensiv mit (zum Teil verdrängten) Gefühlen auseinandersetzen. Es ist eine ganzheitliche Tradition mit Körper- und Atemübungen, Meditation, Gesang, Reinigungs- und Heiltechniken. Kundalini Yoga ist ziemlich dynamisch und erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen, gerade weil einzelne Übungen sehr lange wiederholt werden.

Ich besuchte mehrere Yogaschulen, die nach Iyengar unterrichteten. B.K.S Iyengar hat einen sehr präzisen Hatha Yoga Stil begründet. Die Asanas werden meist lange statisch gehalten. Für Nicht-Yogis mag diese Yogaform eher wie Zirkus-Akrobatik ausschauen.

Yoga wurde mehr und mehr Symbol meiner persönlichen Entwicklung. Ich rang um innere Freiheit. Ich begann bewusst an mir zu arbeiten, am Auflösen von destruktiven Gedanken- und Gefühlsmustern. Grundlagenwerke des Yoga wie die Bhagavad Gita und die Yoga Sutren unterstützten diesen Prozess.

2009 wusste ich dann, dass ich eine Yoga-Ausbildung beginnen wollte. Ich wählte die Intensive-Yoga-Ausbildung mit 14 Modulen.

Intensive Yoga ist eine dynamische und herausfordernde Form von Hatha Yoga. Einzelne Asanas werden über den Atem fließend miteinander verbunden. Inspiration kommt u.a. aus dem Ashtanga Yoga, die Abfolge der Asanas ist aber im Gegensatz zum Ashtanga flexibel. Bryan Kest (USA) wird als Begründer von Power Yoga angesehen. Baptiste Baron ist ein ebenso anerkannter Vertreter von Power Vinyasa Yoga.

In meinem Unterricht lasse ich Anusara Yoga mit einfließen. Das Sanskritwort Anusara steht für "mit Anmut fließen", "dem Herzen folgen". Hierbei entwickelt man den Aufbau der Haltungen von innen her.

Meine Intensive Yoga Dozentin Ulrike Kremer kommt aus der Tradition des Jivamukti Yoga. Jivamukti Yoga („befreite Seele“) wurde in den 80er Jahren von dem amerikanischen Künstlerpaar Sharon Gannon und David Life entwickelt. Die Praxis basiert auf modifizierten Hatha Yoga Positionen, ist sehr dynamisch und herausfordernd und beinhaltet spirituelle und philosophische Komponenten. Jivamukti Yogastunden sind mit Musik untermalt. Das gefällt mir besonders.

Um noch tiefer in die Erfahrung des Yogas einzutauchen, besuchte ich im April und Juni 2011 vier Wochen den Ashram Yoga Vidyas für eine weitere Yoga-Lehrer-Ausbildung. Nun bin ich ausgebildete Yoga-Lehrerin (BYV).

In meinen Yogakursen möchte ich den Menschen ein inspirierender Wegbegleiter sein. Ich möchte ihnen die Yogaprinzipien näher bringen; Möchte ihnen einen Zugang zum eigenen Potenzial schaffen; Möchte sie fördern, in ihrer Eigenverantwortlichkeit; Möchte meine Teilnehmer weg vom äußeren Schein locken, hin zu mehr Authentizität. Weniger Angst, mehr Liebe und Mut.

Atman Namaste, Ilka Nina *ISHWARI* Pfeiffer